Sonntags-Talk

Karin Teigl im Sonntagstalk: "Man darf sich einfach nichts scheißen"

Episode Summary

Sie fällt durch ihren bunten, ausgefallenen Style auf, ist Stammgast auf den Fashion Weeks dieser Welt und hängt immer noch an ihrer Heimat im Salzburger Innergebirg: Wir haben uns zum Podcast mit Bloggerin Karin Teigl getroffen und mit ihr über den Stil der Salzburger:innen und ihr persönliches Credo gesprochen. Nicht zuletzt ihr „charmanter“ Salzburger Dialekt und, dass sie sich „einfach nichts scheißt“ trägt zu ihrem Erfolg als Bloggerin bei: Karin Teigl alias Constantly K hat auf Instagram mittlerweile über 300.000 Follower. Ob Fransen, Kuhlecken oder XXL-Mäntel – die 40-Jährige mag es ausgefallen und hat ihren bunten Stil zu ihrem Markenzeichen gemacht. Im SALZBURG24-Sonntagstalk hat uns die gebürtige „Innergebirglerin“ erzählt, wie es ihr als „buntem Hund“ in ihrer Heimat geht und warum man sich einfach „nichts scheißen“ darf. Sonntagstalk mit Karin Teigl – ein Auszug SALZBURG24: Unternehmerin, Bloggerin, Moderatorin und im Netz als bunte Fashion-Expertin Constantly K bekannt. Karin, habe ich bei dinen vielen Jobs jetzt irgendwas vergessen? Karin Teigl: Nein, ich glaube nicht. So genau hab ich jetzt nicht aufgepasst. Aber das passt schon. Blogger oder Influencer gibt es ja mittlerweile doch sehr viele eigentlich. Was würdest du sagen, hebt dich da so ein bisschen hervor? Was macht deinen Erfolg aus? Ich glaube, dass es daran liegt, dass ich von Anfang an so rede, wie ich rede, und mir nichts „scheiße“ und frei Schnauze spreche. Ich denke, das ist so ein bisschen mein USP (Unique Selling Point, Alleinstellungsmerkmal, Anm.). Ich war jahrelang überall unterwegs, in Deutschland und jetzt in Wien, und ich habe nie aufgehört, in meinem Dialekt zu sprechen, der schöne Salzburger Dialekt, auf den ich unglaublich stolz bin. Und ich glaube auch, dass mich das Schminken nicht so freut, ich eher natürlich bin und mir den Kopf darüber nicht zerbreche. Und so ein bisschen dieses „perfectly imperfect“. Also dass es mir egal ist, wenn etwas nicht genau so läuft, wie ich es mir vorstelle. Ich habe schon Ziele und weiß, was ich will, aber ich nehme mich selbst nicht allzu ernst. Und ich glaube, das ist, was ich ausstrahle und wofür ich auch stehe. Dein Salzburger Dialekt ist auf jeden Fall da, das kann ich bestätigen. Auch wenn wir hier gerade in deinem Büro in Wien sitzen – wie oft verschlägt es dich eigentlich noch in deine Heimat? Viel zu selten, muss ich sagen. Wenn du ein fast zehnköpfiges Team hast, kannst du nicht einfach sagen „tschüss, ich gehe jetzt mal und bin fünf Tage in den Bergen“. Wir versuchen immer wieder, nach Salzburg zu fahren. Aber ja, leider kommt das mittlerweile viel zu kurz. Trotzdem bin ich sehr heimatverbunden. Stichwort Mode: Was würdest du sagen, zeichnet die Salzburger:innen dahingehend aus? Haben sie einen bestimmten „Signature Style“? Ja natürlich die Tracht, ganz klar. Das ist jetzt das Erste, was ich mit Salzburg assoziiere. Und ich finde, das sollte man auch nie ablegen. Es ist wirklich toll, dass in der Jugend so viel passiert und dass man sagt, okay, man legt Wert auf Tradition und ist stolz darauf, dass man das tragen darf. Das war ja nicht immer so. Alltagsmode finde ich ganz schwierig, weil – ehrlich gesagt – wenn man durch die Getreidegasse geht, schaut jeder gleich aus. Das ist in Wien allerdings nicht anders. Ich finde, Wien ist jetzt auch keine wirkliche Modestadt. Natürlich ist es etwas vielfältiger, weil es größer ist, aber in Salzburg sieht man häufig, zum Beispiel Mokassins oder Bootsschuhe, eine Jeans, ein Hemd und darüber noch einen Pullunder oder einen V-Ausschnitt-Pulli. So assoziiere ich das jetzt. Und das ist gar nicht böse gemeint. Aber ich finde, Salzburg ist jetzt kein Fashion-Mekka, wenn ich ganz ehrlich sein darf. Oft ist es ja so, wenn man ein bisschen Mut zur Farbe zeigt oder einen etwas ausgefalleneren Look trägt, zieht man schon einige Blicke auf sich. Geht es dir da in Salzburg auch so? Das erlebe ich immer wieder, auch in Wien. Es ist egal, ob du in Salzburg, München oder sonst wo bist. Wahrscheinlich fällst du in Berlin eher weniger auf, weil es dort allen egal ist. Aber ich sage immer, das muss dir „wurscht“ sein. Für mich ist Farbe so ein geiler Ausdruck von guter Laune, man ist gleich besser drauf. Es gibt auch Tage, wie gestern, an denen ich komplett in Schwarz und Braun gekleidet bin, solche Tage habe ich auch. Aber auch hier nochmal: Es geht nicht darum, wie die anderen das empfinden, sondern darum, wie die Person sich fühlt. Wenn jemand gerade Lust hat, Pink, Rosa und Rot zu tragen, dann sollte er oder sie das bitte tun. Wer bin ich, darüber zu urteilen oder es zu verurteilen? Was sagst du zu dem Sprichwort „Kleider machen Leute“? Trifft das noch zu oder ist das schon veraltet mittlerweile? Das ist eine gute Frage, weil im ersten Moment hätte ich gesagt 'ja stimmt‘ und im zweiten Moment denke ich 'ist schon ein bisschen veraltet'. Es kommt darauf an, wenn ich mich bei einer Anwaltskanzlei bewerbe, kann ich wahrscheinlich nicht in zerrissener Jeans auftauchen. Ich denke, man muss immer darauf achten, wie man sich präsentieren möchte. Die interessantesten Leute sind oft schlicht gekleidet. Gerade im Alltag finde ich oft, dass weniger mehr ist – und das kommt von mir. Also ja, da ist sicherlich etwas Wahres dran, aber wahrscheinlich ist es auch schon ein bisschen veraltet. Irgendwie eine Mischung aus beidem.